Schutzhütte am Langenfernerjoch unter dem Cevedale
Auf 3.269 m, am Langenfernerjoch zwischen dem Valfurva und dem Martelltal, liegt im Hauptkamm der Ortler-Alpen das Rifugio Casati. Bekannt ist es auch als Rifugio Gianni Casati oder Casatihütte. Betreiber ist die Sektion Mailand des Club Alpino Italiano (CAI). Die italienische Schutzhütte im Ortlergebiet gehört zum Nationalpark Stilfserjoch und steht nahe der Grenze zu Südtirol.
Das Rifugio Casati am Cevedale ist Ausgangspunkt für Hochtouren und Skitouren. Zum Monte Cevedale (3.769 m) sind es 2 Stunden, zu den Zufallspitzen (Vordere 3.700 m, Hintere 3.757 m) 2½ Stunden und zur Königspitze (3.851 m) 3½ bis 4 Stunden. Die Suldenspitze (3.376 m) erreicht man in 15 Minuten, die Cima Tre Cannoni (3.310 m) in 30 Minuten.
Übernachten auf dem Rifugio Casati
Die Casatihütte hat 180 Schlafplätze. Seit der Modernisierung 2003 gibt es fließendes Warmwasser. Zur Hütte gehört eine künstliche Kletteranlage. Versorgt wird sie über eine Materialseilbahn, deren Talstation nahe dem Rifugio Pizzini liegt. Als Not- und Winterlager dient nur noch das Rifugio Guasti, wenige Meter oberhalb auf 3.270 m.
Zustieg zum Rifugio Casati
Der Hauptzustieg führt von Santa Caterina di Valfurva über das Rifugio Pizzini (2.706 m) zur Hütte. Von Sulden geht es mit der Suldenbahn über die Schaubachhütte (2.581 m) und den Suldenferner in etwa 2,5 Stunden hinauf. Von Martell führt der Weg über den Langenferner. Übergänge bestehen zum Rifugio Pizzini Frattola, zur Schaubachhütte, zur Marteller Hütte und zur Zufallhütte.
Gut zu wissen:
Am 9. Dezember 1923 wurde die Hütte eingeweiht. Sie trägt den Namen des Offiziers Gianni Casati, der 1916 in Gorizia gefallen war. Beim Bau wurde Material der im Gebirgskrieg zerstörten Halleschen Hütte verwendet. Rund 20 Minuten von der Hütte entfernt erinnern 3 Kanonen als Mahnmal an den Ersten Weltkrieg.
Derzeit ist die Casati-Hütte geschlossen. Weil der Permafrostboden auftaut, ist das Gebäude in Bewegung geraten und nicht mehr stabil. Im Winter 2021 beschloss der CAI Milano deshalb den Abbruch und den Neubau an anderer Stelle.