Österreichs höchste Schutzhütte auf der Adlersruhe
Die Erzherzog Johann Hütte am Großglockner ist mit 3.454 m die höchstgelegene Schutzhütte Österreichs. Sie steht auf dem Felsen der Adlersruhe direkt am Gipfelaufbau des Großglockners in der Glocknergruppe, im Nationalpark Hohe Tauern. Betreiber ist der Österreichische Alpenklub (ÖAK), für den sie die einzige Schutzhütte ist. Quer durch die Hütte verläuft die Grenze zwischen Kärnten und Tirol.
Die Hütte auf der Adlersruhe liegt am Normalweg auf den Großglockner (3.798 m). Bis zum Gipfel sind es je nach Verhältnissen 1½ bis 2 Stunden. Schlüsselstelle ist die ausgesetzte Glocknerscharte zwischen Klein- und Großglockner, die Gipfelfelsen haben den Schwierigkeitsgrad I+.
Übernachten auf der Erzherzog Johann Hütte
Die Schutzhütte hat 125 Schlafplätze. Energie liefert seit 2006 ein pflanzenölbetriebenes Blockheizkraftwerk mit Solarthermie und Photovoltaik. Die etwa 4 km lange Materialseilbahn vom Lucknerhaus ist die höchstgelegene Österreichs. Außerhalb der Bewirtschaftungszeit gibt es ein kleines, unbeheizbares Notlager mit vier Schlafplätzen.
Zustieg zur Erzherzog-Johann-Hütte
Das Lucknerhaus (1.918 m) erreicht man über eine Mautstraße von Kals am Großglockner. Ab dort führt der Hauptweg durch das Ködnitztal und über das Ködnitzkees, zuletzt über den teils seilgesicherten Mürztaler Steig. Für diesen Weg braucht man 5 bis 5½ Stunden und 1.536 Hm. Von der Franz-Josefs-Höhe an der Großglockner-Hochalpenstraße sind es über Pasterzengletscher und Hofmannskees etwa 5 Stunden. Ein dritter Weg verläuft durch das Leitertal über die Salmhütte zur Hütte. Alle Zustiege sind Gletschertouren und verlangen Gletscherausrüstung. Der Übergang zur Stüdlhütte (2.802 m) verläuft über das Ködnitzkees.
Gut zu wissen:
Benannt ist die Hütte nach Erzherzog Johann von Österreich, dem Förderer des Alpinismus. Der ÖAK eröffnete sie am 18. August 1880. Nach Erweiterungen in den Jahren 1891, 1895–1898 und 1907 sowie Sanierungen 1926–1930, 1960 und 1989/90 wurde 2016 die letzte Generalsanierung abgeschlossen. Dabei wurde der Fundamentuntergrund verfestigt, den auftauender Permafrost brüchig gemacht hatte. Seit 2020 betreibt der Lawinenwarndienst Tirol bei der Hütte eine vollautomatische Wetterwarte.