Die Annapurna-Region im nepalesischen Zentralhimalaya umspannt eine der größten Höhenspannen des gesamten Gebirgssystems – von subtropischen Tälern auf rund 1.070 m bis zur alpinen Hochwüste am Thorong La auf 5.416 m. Hier gelang am 3. Juni 1950 mit der Erstbesteigung der Annapurna I (8.091 m) durch Maurice Herzog und Louis Lachenal der erste Aufstieg auf einen Achttausender überhaupt – noch vor dem Everest. Diese Pionierleistung ohne künstlichen Sauerstoff prägt bis heute den Ruf des Gebiets als eines der anspruchsvollsten und gefährlichsten Hochgebirgsziele der Erde.
Das Aktivitätsspektrum reicht von mehrwöchigen Trekkingrouten durch Reisterrassen, Rhododendronwälder und Hochtäler bis zu Expeditionen und Höhenbergsteigen in extremen Lagen. Unterwegs wechseln die Landschaften von gemäßigten Eichenwäldern zu tibetisch anmutenden Trockentälern wie Jomsom oder Manang, wo der Regenschatten des Hauptkamms ein nahezu wüstenhaftes Klima erzeugt. Die Annapurna Conservation Area, Nepals größtes Schutzgebiet, verbindet diese Vielfalt mit traditionellem Leben der Gurung, Magar und Thakali, deren Dörfer und Pilgerstätten wie Muktinath die Routen säumen.
Die enorme Höhenamplitude bringt entsprechend variable Bedingungen mit sich: Während tiefere Lagen im Frühling Temperaturen um 10-20°C bieten, herrschen oberhalb des Thorong La häufig Minusgrade. Höhenkrankheit oberhalb von 2.500 Metern und plötzliche Wetterumschwünge erfordern entsprechende Erfahrung und Akklimatisation.