Erste Hütte der Rosengartengruppe im Grasleitental
Das Land Südtirol verwaltet die Grasleitenhütte, italienisch Rifugio Bergamo al Principe, seit 2015 mit Unterstützung einer paritätischen Kommission aus Alpenverein Südtirol (AVS) und Club Alpino Italiano (CAI). Auf 2.134 m liegt die Schutzhütte im Grasleitental (Valle del Ciamin) in der Rosengartengruppe der Dolomiten, im Naturpark Schlern-Rosengarten und auf dem Gebiet der Gemeinde Tiers. Die grünen Hänge ringsum heißen im Volksmund Grasleiten.
Talaufwärts schließt der Grasleitenkessel an. Über der Hütte ragen der Kesselkogel (3.004 m), der Pizzo di Valbona (2.802 m), die Roterdspitze (2.655 m) und der Torre del Principe auf.
Übernachten auf der Grasleitenhütte
Die Grasleitenhütte hat 70 Schlafplätze. Für die Wintersaison gibt es einen Winterraum mit 6 Schlafplätzen.
Zustieg zur Grasleitenhütte
Von Tiers führt der Weg über die Malga Ciamin (1.184 m) in etwa 3 Stunden zur Hütte. Trittsicherheit ist nötig. Alternativ steigt man von St. Zyprian durch das Tschamintal oder vom Schlern aus jeweils über das Bärenloch zur Hütte auf. Von der Seiser Alm kommt man über die Rosszahnscharte und den Molignon-Pass herauf.
Zur Grasleitenpasshütte (Rifugio Passo Principe) sind es etwa 40 Minuten, zur Tierser-Alpl-Hütte etwa 1 Stunde 15 Minuten. Der Übergang zum Rifugio Vajolet dauert etwa 1 Stunde 45 Minuten, der zum Rifugio Antermoia etwa 2 Stunden.
Gut zu wissen:
Am 9. September 1887 übergab die Sektion Leipzig des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins die Hütte mit 24 Schlafplätzen. Sie war die erste in der Rosengartengruppe, den Bauplatz hatte man dank Johann Santner kostenlos erhalten. Seit 1890 bewirtschaftet, wurde die Hütte 1897 erweitert und hatte 1909 nach einer weiteren Vergrößerung 17 Zimmer mit 58 Schlafplätzen. Ein Jahr später kamen drei Zimmer hinzu, 1911 eine Verbindung per Fernsprecher nach Tiers.
Nach dem Ersten Weltkrieg nahm das Königliche Italienische Heer die Hütte in Beschlag. 1921 wurde sie enteignet und der Sektion Bergamo des CAI übergeben. 1999 ging sie mit 24 weiteren enteigneten Schutzhütten in das Eigentum der Autonomen Provinz Bozen über.