Anreise optimieren
Der größte Hebel liegt vor der Tour
Die meisten Emissionen einer Reise entstehen nicht am Berg, sondern auf dem Weg dorthin. Bei der Anreise entscheidet sich, ob eine Tour ihren Fußabdruck verdoppelt oder halbiert.
Dazu finden wir nichts. Versuch einen Berg, ein Gebiet oder ein Land — oder sieh Dir alle Reisen an.
Die größten Emissionen bei unseren Reisen entstehen mit der persönlichen Anreise unserer Gäste und Guides zum Treffpunkt. Bei der Organisation haben wir daher auf eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln geachtet: Die Startpunkte der Reisen liegen, wo immer möglich, in der Nähe von Bahnhöfen oder können mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.
Wir wollen dazu anregen, sich Gedanken zu machen, welche Anreiseart das Optimum in Bezug auf die niedrigsten CO₂-Emissionen ist. Was auf der Tour selbst zusammenkommt, steht unter CO₂-Fußabdruck. Was sich nicht vermeiden lässt, gleichen wir über Klimaprojekte aus.
Im Bereich Nachhaltig sein steht die Anreise für den Schritt Optimieren — dort, wo wir eine Tour nicht streichen, ihren Fußabdruck aber steuern können.
Meist die sauberste Variante — und mit dem Nachtzug beginnt die Tour schon im Schlafwagen. Spart gegenüber dem Flug rund zwei Drittel.
Ab zwei Personen liegt das Auto nahe an der Bahn, ab drei Personen sogar darunter. Wir vermitteln die Teilnehmerliste — und arbeiten an einer digitalen Lösung.
Bus, Sammeltaxi oder das letzte Stück mit dem Taxi. Ein kurzer Transfer wiegt selten mehr als eine lange Autofahrt.
Lisa wohnt in Hamburg und hat die Alpenüberquerung vom Watzmann zu den Drei Zinnen gebucht. Die Tour selbst verursacht 151 kg CO₂, Treffpunkt ist Berchtesgaden Königssee — 1.900 Kilometer von zuhause. Wie Lisa dorthin kommt, entscheidet über mehr Emissionen als die ganze Tour:
Der Unterschied zwischen der schlechtesten und der besten Variante beträgt 276 kg CO₂ — fast das Doppelte der Tour selbst.
Für die eigene Strecke rechnet der EcoPassenger des Internationalen Eisenbahnverbands nach: Start und Ziel eingeben, und er stellt Bahn, Auto und Flugzeug nebeneinander — kostenlos und ohne Anmeldung. Die Datengrundlage stammt vom ifeu-Institut Heidelberg.
Die Anreise mit dem Zug ist in den meisten Fällen die umweltschonendste Möglichkeit. Aus dem Norden fahren viele Gäste mit dem ÖBB Nightjet — über Nacht von Hamburg oder Düsseldorf nach München, Innsbruck, Kufstein oder Zürich.
Lisas Alpenüberquerung startet am Sonntag um 11.00 Uhr. Das Auto lässt Lisa zuhause. Mit dem ÖBB Nightjet startet Lisa am Samstag um 19.29 Uhr in Hamburg Altona und legt sich im Schlafwagen ins Bett. Bereits um 07.05 Uhr läuft der Zug in Rosenheim ein. Ausgeschlafen trifft sich Lisa mit Sepp und Franzi, die sie schon aus dem Chat über die Teilnehmerliste von Alpine Welten kennt. Sie frühstücken gemeinsam und fahren um 08.03 Uhr mit der Regionalbahn nach Berchtesgaden. Um 10.04 Uhr steigen Lisa, Sepp und Franzi direkt am Bahnhof in Berchtesgaden aus und laufen gegenüber zum Busbahnhof. Dort nehmen sie um 10.15 Uhr den nächsten Bus zum Königssee, wo sie um 10.26 Uhr eintreffen. Punktlandung, denn um 11.00 Uhr geht es los über die Alpen. Lisas CO₂-Bilanz: 134 kg.
Die Deutsche Bahn bringt Dich aus ganz Deutschland in Deine Zielregion. Zahlreiche Gäste aus dem Norden nutzen übrigens wie Lisa sehr gerne den ÖBB Nightjet. Über Nacht geht es von Hamburg – Düsseldorf nach München – Innsbruck – Kufstein oder Zürich.
Die Schweizer Bahn ist bekannt für ihre Pünktlichkeit. Von und nach Deutschland verkehren täglich mehr als 40 Direktverbindungen – von Hamburg, Frankfurt/Main, von Stuttgart nach Zürich oder direkt aus Berlin nach Bern oder Interlaken. Von München nach Zürich fährt man z. B. 6 × täglich in nur 4 Stunden. Unsere Treffpunkte liegen auch in der Schweiz direkt oder sehr nah an Bahnhöfen.
Dreh- und Angelpunkt für Verbindungen aus Deutschland nach Tirol sind München, Innsbruck, Kufstein und Salzburg. Von hier bestehen zahlreiche weitere Bahnverbindungen zu unseren Startpunkten oder in deren Nähe. Für die letzte Meile kann der Bus oder die Fahrgemeinschaft genutzt werden. Gerne helfen wir dabei.
Südtirol verfügt über ein sehr dichtes Verbundnetz und ist aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bestens zu erreichen. Von München kommt man z. B. sehr schnell über den Brenner zum Gardasee oder nach Bozen. Im Zug ist übrigens das Anschlussticket Südtirol für 5,- € erhältlich – damit kann man sofort im Verbundsystem weiterreisen.
Für die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug empfehlen wir die Bildung von Fahrgemeinschaften. Häufig ist bereits ab zwei Personen die CO₂-Emission nahe an der Nutzung der Bahn. Ab drei Personen kann der Fußabdruck sogar geringer gehalten werden als mit einer Bahnfahrt.
Bereits bei der Buchung können unsere Gäste ihr Interesse an der Bildung von Fahrgemeinschaften äußern. Sie erhalten dann eine Teilnehmerliste für individuelle Absprachen. Darüber hinaus arbeiten wir an einer digitalen Lösung, um Fahrgemeinschaften noch einfacher bilden zu können — wir sehen darin den größten verbleibenden Hebel.
Generell ist jeder Treffpunkt öffentlich erreichbar — wie gut, ist von Tour zu Tour verschieden. Manche Startpunkte liegen am Bahnhof, andere erreichst Du nur mit Umstiegen, längeren Wartezeiten oder dem letzten Stück im Taxi.
Damit Du das nicht selbst recherchieren musst, steht der Weg bei jeder Reise im Reisedetail: Zielbahnhof, Bushaltestelle, die verbleibenden Meter zu Fuß — und ein Buchungslink, der bereits auf den Treffpunkt eingestellt ist.
Wir beschönigen das nicht: Bei manchen Touren ist die öffentliche Anreise deutlich aufwendiger als die Fahrt mit dem eigenen Auto. Ob dieser Aufwand zumutbar ist, entscheidest Du — wir liefern die Zahlen und die Verbindungen dazu, nicht das Urteil. Gerne helfen wir Dir bei der Planung Deiner Anreise.
So sieht das bei der Alpenüberquerung aus — vier Schritte vom Bahnhof zum Treffpunkt.