Das Langtang- und Jugal-Gebirge beginnt praktisch vor den Toren Kathmandus und zieht sich nach Norden bis unmittelbar an die tibetische Grenze. Auf kurzer Distanz steigt die Landschaft aus subtropisch bewaldeten Tälern zu den vergletscherten Gipfeln des Himalaya an. Über dem Langtang-Tal erhebt sich der Langtang Lirung mit rund 7.230 m, während weiter östlich die schroffen Gipfel des Jugal Himal die Grenze zu Tibet begleiten. Der 1976 gegründete Langtang-Nationalpark war Nepals erster Nationalpark im Himalaya und schützt diese außergewöhnliche Abfolge von Wald, alpinen Matten, Fels und Gletschern.
Das Langtang-Tal gehört zu den klassischen Trekkingregionen Nepals, liegt aber deutlich näher an Kathmandu als Everest oder Annapurna. Wege führen durch Dörfer, Rhododendronwälder und Yakweiden bis nach Kyanjin Gompa auf knapp 3.900 m. Südlich davon liegt auf rund 4.380 m der für Hindus und Buddhisten heilige Gosainkunda-See, zu dem jedes Jahr zahlreiche Pilger aufsteigen. Langtang Lirung, Dorje Lakpa und die umliegenden Eisgipfel bieten darüber hinaus anspruchsvolles Expeditionsgelände.
Kulturell ist die Region stark von tibetischen Einflüssen geprägt. Besonders die Tamang und andere Gemeinschaften pflegen buddhistische Traditionen; Klöster, Mani-Mauern und die Haltung von Yaks und Chauris prägen die Hochlagen. Tief in die jüngere Geschichte schnitt das Erdbeben von 2015 ein: Eine gewaltige Lawine aus Eis, Schnee und Fels verschüttete große Teile des Dorfes Langtang und tötete mehr als 300 Menschen. Das Tal wurde anschließend wiederaufgebaut, die Spuren der Katastrophe sind jedoch bis heute sichtbar.