Schutzhütte auf einer Felsinsel im Val Ferret
Das Rifugio Boccalatte – Piolti liegt auf 2.804 m im italienischen Teil des Mont-Blanc-Massivs, auf einer Felsinsel zwischen dem Ghiacciaio di Planpincieux und dem Ghiacciaio delle Grandes Jorasses. Betrieben wird die Schutzhütte von der Sektion Turin des Club Alpino Italiano (CAI). Der Standort gehört zum Val Ferret und damit zur Gemeinde Courmayeur.
Die Hütte ist Stützpunkt für die Überschreitung des Rochefortgrats und für Abstiege von den Routen der Nord- und Ostseite der Grandes Jorasses. Wichtigste Gipfelziele sind die Punta Walker (4.208 m) und die Pointe Whymper (4.184 m). Auf der Bouteille delle Grandes Jorasses (3.301 m) wurden zwischen 2014 und 2020 Sportkletterrouten eingebohrt.
Übernachten im Rifugio Boccalatte
Das Rifugio Boccalatte hat 25 Schlafplätze und ist von Juni bis September bewirtschaftet. Bei Schnee schließt es manchmal früher. Strom liefern seit 2001 Solarpanele. Im Winter dient die Hütte unbewirtschaftet als Notunterkunft, als Bivacco di emergenza.
Zustieg zum Rifugio Boccalatte – Piolti
Ausgangspunkt ist der Parkplatz in Planpincieux (1.578 m). Von dort sind es etwa 4 Stunden zur Hütte. Seit Mai 2020 ist der Weg als F (alpinistico facile) eingestuft. Kurze Abschnitte sind mit Fixseilen gesichert, einige Passagen sind ausgesetzt. Ein Übergang führt hinauf zum Bivacco Ettore Canzio (3.818 m).
Gut zu wissen:
Edward Whymper fand den Standort 1864 auf der Suche nach einem Weg zu den Grandes Jorasses. 1881 wurde hier die Capanna delle Grandes Jorasses eingeweiht. Sie war eines der ersten Rifugi auf der italienischen Seite des Massivs und zunächst ganz aus Holz gebaut. Gewidmet ist die Hütte den Turiner Bergsteigern Gabriele Boccalatte und Mario Piolti, die 1938 an der Südseite der Aiguille de Triolet durch Steinschlag tödlich verunglückten. Wegen Absturzgefahr des Seracco Whymper war sie ab 2009 geschlossen, nach Renovierungsarbeiten ist sie seit 2016 wieder bewirtschaftet.