Granithütte der SEM im oberen Valle dell'Oro
Im oberen Valle dell'Oro in den italienischen Bernina-Alpen liegt auf 2.100 m das Rifugio Omio. Betrieben wird die Hütte von der Società Escursionisti Milanesi (SEM), einer Sektion des Club Alpino Italiano (CAI). Rund um das Tal stehen die Pizzi dell'Oro, die Punta della Sfinge, die Punta Milano und der Pizzo Ligoncio (3.033 m).
Hochtouren- und Kletterschulen nutzen das Valle dell'Oro häufig. Durch die günstige Exposition des Tals sind die Wände meist schon ab Anfang Juni schneefrei. An den umliegenden Gipfeln gibt es Felskletterrouten aller Schwierigkeitsgrade.
Übernachten auf dem Rifugio Omio
Das Rifugio Omio hat 30 Schlafplätze, ein Gemeinschaftsbad und eine heiße Dusche. In der Regel ist die Hütte von Juni bis September bewirtschaftet. Hinter der Hütte steht der Winterraum mit 9 Plätzen. Er ist Silvio Saglio gewidmet und ganzjährig offen.
Zustieg zum Rifugio Omio
Von Bagni di Masino (1.172 m) sind es 2 Stunden 15 Minuten zur Hütte. Der rot-weiß markierte Weg führt am Thermalkomplex vorbei und hat die Schwierigkeit E (Escursionistico).
An der Hütte beginnt der Sentiero Risari. Über ihn und den Passo del Barbacan sud-est (Weg A1) dauert der Übergang zum Rifugio Gianetti (2.534 m) 3 Stunden. Zum Rifugio Luigi Brasca (1.304 m) sind es 3½ bis 4 Stunden, entweder über den Passo Ligoncio (A9) oder über den Passo dell'Oro (A11). Auf dem Weg A9 durch das Val Spassato liegt das Bivacco Valli (1.870 m).
Aus dem Val Codera führt der Sentiero Roma bis kurz vor den Passo del Barbacan. Dort zweigt der Weg A11 ab und erreicht über den Passo dell'Oro das Valle dell'Oro.
Gut zu wissen:
1937 baute die SEM die Hütte nach Plänen von Ambrogio Risari. Benannt ist sie nach Antonio Omio, der im September 1935 beim Abstieg von der Punta Rasica (3.305 m) erfror, als ihn und fünf weitere Bergsteiger Schlechtwetter überraschte. Im Herbst 1944 setzten deutsche und faschistische Truppen die Hütte in Brand, weil sie der Resistenza als Stützpunkt gedient hatte. Wiederaufgebaut wurde sie 1946 und 1948, renoviert 1970 und 1997/1998.