Abgelegene SAC-Hütte zuhinterst im Baltschiedertal
Zuhinterst im Baltschiedertal, in der Gemeinde Baltschieder im Wallis, liegt auf 2.783 m die Baltschiederklause. Die Hütte in den Berner Alpen gehört der Sektion Blüemlisalp des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) und zählt zu dessen abgelegenen Hütten. Wegen des langen Zustiegs wird ein Besuch zur Zweitagestour. Rund um die Hütte ragen Stockhorn (3.212 m), Bietschhorn (3.934 m), Breithorn (3.784 m) und Strahlhorn (3.201 m) auf.
Gipfelziele von der Hütte aus sind das Bietschhorn und das Jägihorn (3.407 m). In der Umgebung gab es seit dem Ersten Weltkrieg Versuche, Molybdän-Erz abzubauen. Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten 80 Männer im Bergwerk und förderten etwa 28 Tonnen Erz, weitere Versuche in den 1960er und 1970er Jahren blieben erfolglos. Das Barackendorf auf dem Galkichumma-Hang (2.600 m) zerfällt mehr und mehr.
Übernachten auf der Baltschiederklause
Die Hütte hat 76 Schlafplätze. Ein Winterraum steht ganzjährig zur Verfügung. Von Anbeginn bis 2006 bewartete dieselbe Familie die Hütte.
Zustieg zur Baltschiederklause
Von der Bahnstation Ausserberg sind es 6,5 Stunden zur Hütte. Zunächst geht es auf der Strasse bis auf 1.264 m, dann wählt man entweder den 1,6 km langen Stollen (T2, Lampe erforderlich) oder den Weg entlang der alten Niwärch-Wasserleitungen (T4, Schwindelfreiheit vorausgesetzt). Mit Sonderbewilligung ist die Autofahrt bis Choruderri möglich. Das verkürzt den Anstieg um etwa eine Stunde. Ab Eggerberg führt der Weg über Eggen, die Suone Gorperi, Ze Steinu und Hobitzu in 6 Stunden zur Hütte (T2). Den Bau einer Seilbahn hat man aus Gründen des Landschaftsschutzes untersagt.
Gut zu wissen:
Ihren Namen trägt die Baltschiederklause nach dem Industriellen Julius Klaus (1849–1920) aus Uster. Er vermachte dem SAC 30'000 Franken für einen Hüttenbau, unter zwei Bedingungen: Die Hütte sollte in der deutschsprachigen Schweiz stehen und seinen Namen tragen. 1922 entstand sie auf rund 6 × 5 Metern mit 25 Schlafplätzen. 1981/1982 folgten der Ausbau auf 40 Plätze und die Verschiebung des Eingangs, 1997 die Erweiterung auf die heutige Größe. Kamen in den 1920er Jahren durchschnittlich 150 Berggänger pro Jahr, waren es in den frühen 2000er Jahren 1.200 Besucher pro Saison.