Norwegen nimmt den westlichen und nördlichen Teil der Skandinavischen Halbinsel ein und zieht sich als schmales, langgestrecktes Land vom Skagerrak bis weit über den Polarkreis. Im Osten grenzt es an Schweden, im Nordosten an Finnland und Russland. Das Skandinavische Gebirge prägt große Teile des Landes, erreicht seine höchsten Erhebungen im südlichen Jotunheimen. Hier liegt mit dem Galdhøpiggen (2.469 m) der höchste Berg Norwegens und ganz Nordeuropas. Eiszeitliche Gletscher haben das Gebirge tief ausgeschürft und eine Landschaft aus Hochflächen, schroffen Gipfeln, Trogtälern, Seen und Gletschern hinterlassen. An der Westküste dringen die Fjorde oft weit ins Gebirge hinein; steile Felswände steigen vielerorts unmittelbar aus dem Wasser auf. Der Sognefjord, der längste und tiefste Fjord Norwegens, reicht mehr als 200 km ins Landesinnere. Vor der stark zerklüfteten Küste liegen unzählige Inseln und Schären. Nach Norden sinkt die Baumgrenze immer weiter ab, bis Gebirgs- und Tundrenlandschaften schließlich nahezu auf Meereshöhe beginnen.
Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischem Regierungssystem und der Hauptstadt Oslo. Rund 5,6 Millionen Menschen leben in dem dünn besiedelten Land. Norwegisch ist die nationale Hauptsprache; Bokmål und Nynorsk sind gleichgestellte Schriftsprachen. Die samischen Sprachen besitzen als indigene Sprachen einen besonderen gesetzlichen Status. Das evangelisch-lutherische Christentum hat Norwegen seit der Reformation im 16. Jahrhundert stark geprägt. Im 19. Jahrhundert wurde die eindrucksvolle Fjord- und Gebirgslandschaft zu einem wichtigen Motiv der entstehenden norwegischen Nationalkultur. Maler wie Hans Gude und Komponisten wie Edvard Grieg griffen Landschaft und Volkskultur auf und prägten damit ein Norwegenbild, das bis heute nachwirkt.