Der geografische Südpol liegt auf dem antarktischen Eisschild in rund 2.835 m Höhe, etwa 1.300 km von der nächsten Küste entfernt. Hier treffen alle Längengrade zusammen und jede Richtung führt nach Norden. Direkt daneben steht die ganzjährig betriebene Amundsen-Scott South Pole Station, benannt nach Roald Amundsen und Robert Falcon Scott. Sie wurde 1956 gegründet und ist heute eines der wichtigsten Forschungszentren der Antarktis. Untersucht werden unter anderem Atmosphäre, Klima, Glaziologie, Erdmagnetismus sowie mit dem South Pole Telescope und dem im Eis installierten IceCube-Detektor Vorgänge im Weltall. Große Bereiche rund um die Station sind deshalb wissenschaftlichen Messungen vorbehalten.
Am Südpol gibt es gleich zwei Pole. Der geografische Südpol bezeichnet exakt 90° Süd und wird jedes Jahr am 1. Januar neu vermessen, weil sich das Eis samt Station jährlich rund zehn Meter Richtung Weddellmeer bewegt. Seine Position markiert eine kleine, jedes Jahr neu gestaltete Metallskulptur, die von den Überwinterern entworfen und häufig aus Messing, Kupfer oder Aluminium gefertigt wird. Die alten Markierungen bleiben als kleine Spur der Eisbewegung zurück oder werden später in der Station ausgestellt.
Einige hundert Meter entfernt steht der zeremonielle Südpol: eine rot-weiß gestreifte Stange mit spiegelnder Metallkugel, umgeben von den Flaggen der zwölf ursprünglichen Unterzeichnerstaaten des Antarktisvertrags. Er dient vor allem als symbolischer Fotopunkt und bleibt an seinem Platz relativ zur Station – während der wirkliche geografische Pol Jahr für Jahr unter ihm davondriftet.