Die Serengeti im Norden Tansanias ist weit mehr als der gleichnamige Nationalpark. Ihr Ökosystem reicht über die Landesgrenze bis in die kenianische Maasai Mara und umfasst offene Grasländer, Savannen, Flusswälder und felsige Hügel. Ihren Namen verdankt sie vermutlich dem Maa-Wort Siringet – sinngemäß „das endlose Land“. Besonders die fast baumlosen Ebenen im Süden vermitteln genau diesen Eindruck: Grasland bis zum Horizont, darüber ein gewaltiger Himmel.
Berühmt ist die Serengeti für die Große Migration. Mehr als eine Million Gnus ziehen gemeinsam mit Hunderttausenden Zebras und Gazellen den Regenfällen und frischem Gras hinterher. Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen und andere Beutegreifer folgen den Herden. Dazwischen ragen die Kopjes aus der Ebene – uralte Granit- und Gneisfelsen, die durch Erosion freigelegt wurden und Löwen häufig als Ruhe- und Aussichtspunkte dienen.
Den Rhythmus der Landschaft bestimmen vor allem Regen und Trockenheit. Die längere Regenzeit fällt meist in die Monate März bis Mai, kürzere Regenfälle treten häufig im November und Dezember auf. Mit dem Wasser wandern die Herden: Nach der Kalbungszeit in den südlichen Ebenen ziehen sie Richtung Norden und später wieder zurück. Die Serengeti ist deshalb keine statische Wildnis, sondern eine Landschaft, die sich im Jahresverlauf ständig verändert.