Der 5.199 m hohe Batian überragt das Mount-Kenya-Massiv im zentralen Hochland Kenias und bildet nach dem Kilimandscharo den zweithöchsten Punkt Afrikas. Der gewaltige Vulkan entstand vor mehreren Millionen Jahren und erreichte vermutlich einst etwa 6.500 m. Erosion und Gletscher schliffen den ursprünglichen Vulkankegel ab und legten den schroffen Kern mit Batian, Nelion und Point Lenana frei. Unterhalb der felsigen Gipfel folgen kleine Gletscher, Hochmoore und afroalpine Vegetation mit Riesenlobelien und Riesensenecien aufeinander.
Trekkingrouten führen aus den Bergwäldern über offene Moorlandschaften bis zum Point Lenana auf 4.984 m, der ohne schwierige Felskletterei erreichbar ist. Batian und Nelion haben dagegen einen völlig anderen Charakter: Ihre steilen Felswände verlangen echtes alpines Klettern und entsprechende Erfahrung. Auf der Ostseite liegt der Lake Ellis inmitten der offenen Hochlandschaft und bietet einen eindrucksvollen Blick auf die zerklüftete Gipfelregion.
Eine Besonderheit des Mount Kenya ist seine Lage fast unmittelbar am Äquator. Trotzdem tragen die höchsten Gipfel noch kleine Gletscher – UNESCO zählt derzeit zwölf verbliebene Eisflächen, die sich allerdings rasch zurückziehen. Für die Kikuyu und Meru ist der Berg zugleich ein heiliger Ort: Nach traditioneller Vorstellung lebt ihre Gottheit Ngai auf dem Berg. Damit verbindet der Mount Kenya auf engem Raum tropische Wälder, afroalpine Hochlandschaft, Gletscher und eine jahrhundertealte spirituelle Bedeutung.