Der Huascarán-Nationalpark schützt einen großen Teil der Cordillera Blanca, der höchsten tropischen Gebirgskette der Erde. Über tief eingeschnittenen Tälern erheben sich zahlreiche vergletscherte Fünf- und Sechstausender. Höchster Punkt ist der Huascarán Sur mit 6.768 m – zugleich der höchste Berg Perus und der höchste Gipfel der Tropen. Türkisfarbene Gletscherseen, steile Eisflanken und scharf geschnittene Granitgipfel prägen eine Hochgebirgslandschaft, die seit 1985 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.
Die Cordillera Blanca zählt zu den bedeutendsten Bergsteigerregionen Südamerikas. Das Spektrum reicht von Akklimatisationstouren auf Fünftausender bis zu technisch anspruchsvollen Routen an Bergen wie Alpamayo, Artesonraju und Huascarán. Viele Täler sind von Huaraz vergleichsweise schnell erreichbar, dennoch verlangen Höhe, Gletscher und stark wechselnde Eisverhältnisse entsprechende Erfahrung. Die Erstbesteigung des Huascarán Sur gelang 1932 fünf Bergsteigern einer deutsch-österreichischen Expedition.
Kaum eine Landschaft macht den Rückgang der tropischen Gletscher so deutlich sichtbar wie die Cordillera Blanca. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist ein großer Teil ihrer Eisfläche verschwunden; Gletscherzungen ziehen sich zurück und neue Seen entstehen hinter instabilen Moränen. Das verändert auch den Bergsport: Wo frühere Routen über Firn und Gletscher führten, treten heute zunehmend Fels, loses Gelände und steilere Eispassagen hervor. Gleichzeitig sind die Gletscher wichtige Wasserspeicher für die dicht besiedelten Täler westlich der Gebirgskette.