Der Banff-Nationalpark liegt in den kanadischen Rocky Mountains in der Provinz Alberta und umfasst rund 6.600 Quadratkilometer. Seine Westgrenze folgt über weite Strecken der kontinentalen Wasserscheide, jenseits derer British Columbia beginnt. Banff wurde 1885 gegründet und ist damit Kanadas ältester Nationalpark. Gemeinsam mit Jasper, Kootenay und Yoho sowie mehreren Provinzparks gehört er zum UNESCO-Welterbe Canadian Rocky Mountain Parks. Gletscher haben hier breite U-Täler, Kare und scharf geschnittene Grate aus den mächtigen Sedimentgesteinen der Rocky Mountains herausgearbeitet.
Das Spektrum reicht von Wanderungen in den bewaldeten Tälern bis zu anspruchsvollen Hoch- und Skitouren. Mit 3.612 m ist der Mount Forbes der höchste vollständig im Nationalpark gelegene Gipfel. Im Nordwesten reicht das gewaltige Columbia Icefield in den Park hinein. Es ist das größte Eisfeld der kanadischen Rocky Mountains. Der Icefields Parkway führt zwischen Banff und Jasper unmittelbar durch diese von Gletschern geprägte Hochgebirgslandschaft.
Geologisch bestehen die Berge überwiegend aus mächtigen Schichten von Kalkstein, Dolomit, Schiefer und anderen Sedimentgesteinen, die ursprünglich in alten Meeren abgelagert und bei der Entstehung der Rocky Mountains aufgefaltet und überschoben wurden. Das Klima verändert sich mit der Höhe erheblich: In den Tälern sind die Winter kalt und schneereich, während in den Hochlagen bis weit in den Sommer hinein Schnee und Eis liegen können.
Trotz Trans-Canada Highway, Icefields Parkway und der touristischen Zentren Banff und Lake Louise bleiben große Teile des Nationalparks nahezu unerschlossen. In den ausgedehnten Wäldern und Hochgebirgsräumen leben unter anderem Grizzly- und Schwarzbären, Wölfe, Wapitis, Dickhornschafe und Bergziegen. Gerade der unmittelbare Gegensatz zwischen leicht zugänglichen Tälern und ausgedehnter Wildnis prägt Banff bis heute.